Mittwoch, 9. Januar 2013

Mütze im Tattoostudio



Lieber Tagesbuch,
  
habe ich dir eigentlich mal erzählt, dass ich früher ganz viele Tattoos hatte? Die gab es mal bei REWE und bei Edeka, also die waren bei dem Kaugummi, den ich mir dort gekauft habe, dabei und es waren so Bilder mit verschiedenen Motiven, wie zum Beispiel eine Piratenflagge, ein Totenkopf oder ein Anker. Wenn du dann so ein Tattoobild hattest und dir die Stelle auf deinem Körper ausgesucht hattest, wo das Bild sein sollte, dann musstest du die Stelle auf deiner Haut anfeuchten und das Bild ca. 90 Sekunden auf die feuchte Stelle drücken und anschließend war das Tattoo auf deiner Haut. Da du mich ja auch mittlerweile etwas kennst, lieber Tagesbuch, weißt du ja, dass ich am Anfang immer vorsichtig bin und einer meiner Leitsprüche lautet ja: „ Behandle die Mutter vorsichtig wie Porzellan, wenn du mit ihr in der Kiste bist.“
Ich war der Meinung, dass so ein Tattoo nie mehr weggeht und erst als alle meine Freunde so ein Tattoo hatten und mir klar wurde, dass man die Bilder ohne Probleme wieder abwaschen konnte, traute ich mich an die Sache ran. Ich erinnere mich noch ganz genau, denn es war mein erster Schultag und meine Eltern warteten schon ungeduldig auf mich. Es war ein heißer Sommertag und ich hatte eine kurze Hose an und meine Eltern waren entsetzt, als sie sahen, dass sowohl meine Arme als auch meine beiden Beine voller Anker und Totenköpfe waren. Ich musste nochmal unter die Dusche und mit Geschimpfe meiner Eltern und Geschrei von mir wurden meine mühevoll Arbeit zunichte gemacht und alle Tattoos waren innerhalb kürzester Zeit verschwunden, voll bescheuert. Mir war die Lust auf die Schule schon vergangen bevor ich überhaupt da gewesen war. Es gab aber eine Tüte, also nicht eine, die man rauchen konnte, sondern eine große so genannte Schultüte, die bis oben mit Süßigkeiten gefüllt war. Unter anderem war da auch Milka Schokolade drin und auf der Verpackung war früher immer eine lila Kuh abgebildet und wenn man sture, schlecht gelaunte Kinder zu etwas überreden wollte, dann gab man ihnen halt ab und an ein Tafel Milka Schokolade und machte quasi einen Kuhhandel, voll bescheuert. Im Gegensatz zu meinen Geschwistern war Ich kein Freund von diesen Kuhhandeln und schnell merkten meine Eltern das auch, aber so lang der Deal mit zwei Kindern erfolgreich verlief, war die Welt bei uns zu Hause in Ordnung.
Obwohl mir die Lust an der Schule vergangen war, fanden meine Eltern immer wieder einen Grund, warum es doch wichtig sei zur Schule zu gehen und ich glaube, dass die Schule auch deswegen Grundschule hieß, voll bescheuert. Dann gibt es auch noch so ein voll bescheuertes altes Sprichwort, welches mein Vater gerne mal anbrachte und das lautet: „Wer nicht lernen will, muss fühlen.“ Also ich fand die Schule schon ganz OK, aber die Lust mich zu tätowieren ist mir mit dem ersten Schultag vergangen. Soll jeder machen wie er will, aber mein Ding ist das nicht, auch wenn zum Beispiel im Profifußball mittlerweile fast jeder Spieler tätowiert ist und ich glaube, dass das keine abwaschbaren Tattoos sind, voll bescheuert.
Bei den so genannten Piercings verhält es sich bei mir genauso wie bei den Tattoos, also da kannst du Gleichung aufstellen, lieber Tagesbuch, aber das ist schon Mathematik für Fortgeschrittene. Piercings sind Stecker oder Ringe, die man in der Nase, in der Zunge im Ohr oder sonst wo trägt und der Begriff Piercing kommt von dem irischen Schauspieler Pierce Brosnan, der Ringe an intimen Stellen hatte, wo du es dir gar nicht vorstellen kannst lieber Tagesbuch. Daher kommt auch der Begriff Intim Piercings. Und Pierce Brosnan, der die intimen Piercings salonfähig machte, inspirierte mich zu  einem intimen Piercing. Ich hab dir ja schon mal erzählt, dass ich an meinen Ohrläppchen besonders empfindlich bin und nach Definition von Oswalt Kolle gehören die Ohrläppchen im erweiterten Sinne zum Intimbereich. Nachdem ich mich dazu entschlossen hatte ging ich tapfer und mutig zu unserem Uhrmacher in Lobberich, der nach Geschäftsschluss intime Piercings machte und ich war sehr nervös und aufgeregt und rechnete mit dem Schlimmsten und hatte mich schon auf große Schmerzen eingestellt, aber eh ich mich versah, war der gute Mann schon fertig und ich hatte einen Ohrstecker in meinem Ohrläppchen. Am Ende des Tages war ich nicht nur um einen Ohrstecker sondern auch um eine Erfahrung bzw. Weisheit reicher und die lautet wie folgt: „ Beim ersten Mal tut es nicht immer weh.“




bis neulich
Mütze

Mittwoch, 2. Januar 2013

Mützenbox




Lieber Tagesbuch,
  
neulich war bei mir zu Hause der Router defekt und die ganze Familie kam auf einmal nicht mehr ins Internet. Ich kann dir noch nicht einmal erklären, wie genau so ein Router funktioniert, wenn er dann  funktioniert, aber ich weiß, dass du ohne einen WLAN Router nicht ins Internet kommst. Vielleicht gibt es da auch eine Möglichkeit ohne so einen Router, aber ich kenne diese Möglichkeit nicht, voll bescheuert. Für solche Fälle gibt es bei der Telekom einen Notdienst und weil dort immer ganz viele Leute anrufen und die Drähte heiß laufen, nennt sich dieser Notdienst auch Hotline. Also, da muss man so eine Nummer anrufen, die gebührenfrei ist quasi kostenlos, aber wie sagte mein Deutschlehrer früher schon immer?  „ Was nichts kostet, das ist auch nichts.“ Und in dem Fall hatte der gute Mann auch Recht, obwohl er die Hotline gar nicht kannte. Bevor du mit einer Mitarbeiterin oder einem Mitarbeiter von dieser Hotline verbunden wirst, musst du erst mal einem Computer mehrere Fragen beantworten. Der Computer möchte wissen, ob es sich um ein Telefonproblem oder ein Internetproblem handelt oder ob ich eine Beratung oder eine Frage zu einer Rechnung habe oder ob es sich um eine Reklamation handelt oder ob ich aus Langeweile anrufe und ob ich ein Problem mit dem Telefon habe, von dem ich anrufe und wenn nicht wie denn die Telefonnummer des Anschlusses mit Problem lautet und so weiter. Nach mindestens 15 Minuten und eben so viel beantworteten Fragen sagte der Computer mir dann, dass ich mit dem nächsten freien Mitarbeiter verbunden werde, so bald denn ein Mitarbeiter frei sei und ich müsste mit einer Wartezeit von mehr als 30 Minuten rechnen. Da ich an dem Tag sowieso frei hatte, rechnete ich also mal mit einer halben Stunde Wartezeit und immer wieder ertönte nach 10 Sekunden Musik die weibliche Stimme des Computers und meinte, dass weiterhin alle Mitarbeiter in Kundengesprächen seien und dass ich mich noch ein Wenig in Geduld üben müsse, aber sobald der nächste Mitarbeiter frei sei, dann wäre ich an der Reihe. So ging das also 30 Minuten lang, immer abwechselnd die nervige Musik und anschließend wurde ich um ein wenig Geduld gebeten. Als ich mich so langsam an den Wechsel von Musik und Computeransage gewöhnt hatte, war auf einmal die halbe Stunde vorbei und anstatt der Musik ertönte eine laute Glocke und die Computerstimme sagte: „Leider ist nach Ablauf der halben Stunde noch kein Mitarbeiter für Sie frei. Bitte versuchen Sie es zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal.“
Damit war das Gespräch, was ja eigentlich gar kein Gespräch war, beendet. Mit dem Frage- und Antwortspiel hatte ich fast vierzig Minuten vergeblich darauf gehofft mit einem Berater verbunden zu werden. Ich habe es dann anschließend noch viermal versucht und bevor ich die halbe Stunde warten durfte, musste ich stets die gleichen Fragen beantworten. Ich muss zugeben, dass ich manchmal nicht freundlich war und  sogar ein paar Schimpfwörter benutze, die die Computerdame nicht kannte. Sie sagte nett und freundlich: „Tut mir leid, ich habe sie leider nicht verstanden. Bitte sagen Sie eins der folgenden Stichwörter: Rechnung, Internet, Telefon, Störung, Kundenberater. Sie können aber auch gerne unsere Homepage aufsuchen und vielleicht finden Sie dort eine Lösung zu ihrem Problem.“ 
Drei Stunden später war es dann endlich soweit und ich hatte einen Kundenberater am anderen Ende der Leitung. Der machte dann auch so ein Frage- und Antwortspiel mit mir und nachdem er alle benötigten Antworten von mir bekommen hatte, überprüfte er die Leitungen und meinte: „ Sieht so aus, als ob der Router defekt ist. Das ist ja auch schon ein etwas älteres Modell und ich empfehle Ihnen, sich einen neuen WLAN Router zu kaufen. Ich wünsche Ihnen noch einen schönen Tag. Auf Wiederhören.“
Da saß sich ich nun auf der Couch und es war mittlerweile 14:30 Uhr und ich war genauso schlau, wie vier Stunden zuvor, voll bescheuert. Ich war zwar ein wenig verärgert und leicht sauer, aber ich ließ mich auch nicht von den Fragen der Kinder und Marita aus der Ruhe bringen. Sie wollten nämlich wissen, ob ich das Problem endlich behoben hätte und was es denn für Schwierigkeiten gäbe. Da ich ja am Morgen schon beim Bäcker war, konnte ich auch ohne Internet über Wetter und Temperatur Auskunft geben, aber meine Familie vertraut da eher auf Facebook als auf mich, voll bescheuert.
Heutzutage kann man ja auch mit seinem Handy ins Internet und das war auch mein Glück, denn so konnte ich bei Ebay Kleinanzeigen jemanden finden, der einen WLAN Router verkaufen wollte und da ich ja einen brauchte, rief ich dort an und machte mich unmittelbar nach dem Telefonat auf den Weg nach Brüggen, wo der Verkäufer wohnt. Das waren so zwanzig Kilometer hin und natürlich auch genauso weit wieder zurück, aber der Weg hatte sich gelohnt. Für nur 15 Euro hatte ich eine nagelneue Fritzbox gekauft. Das ist ein besonders guter WLAN Router, der aussieht wie ein Blechkasten (engl. Box) und nach seinem Erfinder Fritz Router, kurz Fritzbox benannt wurde.
Normalerweise schließt man so eine Box an und alles funktioniert, aber was ist schon normal. Da wurden Passwörter und Benutzerkennungen verlangt und ich musste viele Kombinationen ausprobieren, ehe ich das Ganze am Laufen hatte, voll bescheuert. Gegen 20 Uhr konnte ich dann Pfarrer spielen und der Familie die Frohe Botschaft verkünden und wie sagt der Niederrheiner so schön?
Du kannst dich noch so lange wehren, am Ende wird alles gut.



bis neulich
Mütze

Montag, 31. Dezember 2012

Mützes Neujahrsansprache




Lieber Tagesbuch,

  
immer wenn ein Jahr zu Ende geht, dann fühlen sich manche Leute Kraft ihres Amtes dazu berufen, eine so genannte Neujahrsansprache zu halten. Ok, manch einer zieht die Ansprache auch eine Woche vor und nennt diese dann einfach Weihnachtsansprache, voll bescheuert. Meistens halten der Bundespräsident und die Bundeskanzlerin solch große Reden, aber manchmal auch die Ministerpräsidenten der Bundesländer. Und da ich ja auch hier in meinem Blog der Präsident und Kanzler in Personalunion bin, werde ich dieses Jahr auch eine Neujahrsansprache halten.
Lieber Tagesbuch und liebe Leserinnen und Leser des Tagesbuches,
nachdem ich im Sommer dieses ereignisreichen Jahres meinen Blog gestartet hatte, begab ich mich erst mal in meinen wohlverdienten Urlaub. Ich verbrachte die Sommermonate mit meiner Gattin und Freunden auf  Ibiza, wo wir Sonne und Energie auftankten. Auch dort blieb ich nicht von Krisenmeldungen, wie vorzeitiges Ausscheiden bei der Fußballeuropameisterschaft gegen Italien, verschont. Im Grunde genommen hatte ich deswegen keine Probleme beim Betrachten der Frauen in Tangas, also das Ausscheiden der Fußballnationalmannschaft tangierte mich quasi nicht.  So lange kein Spieler dabei ist, der die Raute im Herzen trägt, so lange interessiert mich das herzlich wenig.  Für die Borussia aus Mönchengladbach lief das Jahr 2012 sehr erfolgreich, obwohl es ein sehr, sehr schweres Jahr war, wie der Trainer Lucien Favre immer wieder betonte. Nach der Sommerpause habe ich dann versucht mehr oder weniger regelmäßig zu bloggen, was mir leider nicht immer so gelang. Immerhin habe ich es im letzten Jahr 42 Blogeinträge gebracht und das ist für einen schweren Anfang schon ein recht beachtlicher Erfolg.  Mehr als viertausend Mal wurde dieser Blog aufgerufen und manchmal fand ich auch einen oder gar zwei Kommentare unter einem meiner Einträge. Dies ist ja ein so genannter Multikultiblog, der nicht nur in allen Teilen Deutschlands gelesen wird, sondern auch in fernen Ländern wie den Vereinigten Staaten von Amerika, Spanien, Russland, der Schweiz und dem Vereinigten Königreich des Hunsrückes.

Aber lasst uns nach vorne schauen auf das Jahr 2013, welches ein Jubiläumsjahr werden wird, wie auch Angela Merkel in ihrer Neujahrsansprache berichten wird. Viele runde Geburtstage werden wir feiern und mindestens genauso viele unrunde Geburtstage und ich werde versuchen den ein oder anderen Blog zu schreiben, auch wenn wir in den kommenden 12 Monaten viele Klippen zu umschiffen haben und manchen Sturm überstehen müssen. Aber die Niederrheiner sind ja ein Volk von Abenteurern und Seefahrern und so werde ich wie gewohnt volle Kraft nach vorne fahren und auch wenn ich mal Schiffbruch erleiden werde, so werden doch die positiven Momente überwiegen. Und sollte das der Fall sein, dann lasst uns gemeinsam ein neues Schiff bauen und alle die mitnehmen, denen es nicht so gut geht und dann wird dieser Blog auch in Zukunft menschlich und erfolgreich und auch ein bisschen witzig und originell bleiben. So wünsche ich dir lieber Tagesbuch und allen Leserinnen und Leser ein gesundes und erfolgreiches Jahr 2013 und vielleicht hat die Eine oder der Andere einen ganz besonderen Wunsch für das neue Jahr und dann wünsche ich genau, dass dieser Wunsch in Erfüllung gehen möge.





bis neulich
Mütze

Mittwoch, 19. Dezember 2012

Die smarte Andrea



Lieber Tagesbuch,

  
ich kam mir vor wie in London, obwohl ich noch nie in meinem Leben in London war, voll bescheuert. Außer an unserem Tisch schienen alle Leute an diesem Abend eine Zigarette nach der anderen zu rauchen. Bei uns war Kerstin die einzige Raucherin, aber sie drehte sich ihre Zigaretten selber und brauchte für das Drehen sehr lange und als sie damit fertig war, schien sie manchmal vergessen zu haben, dass sie eine Zigarette rauchen wollte.
Normalerweise isst man ja in so einer Räucherbude Fisch, aber wenn ich nicht weiß, ob die Küche gut ist oder nicht, dann bestell ich meistens arabische Penne. Das ist ein Nudelgericht, das ursprünglich aus der Region Latium in Norditalien kommt, dort aber von arabischen Einwanderern mit landestypischen Gewürzen verfeinert und perfektioniert wurde. Das Gericht ist scharf gewürzt mit Zwiebeln, Chili und Knoblauch und da kann man nicht viel falsch machen. Da ich ja wusste, dass es im St. Vith ein wenig länger dauern könnte, bis einem die Speisen gereicht würden, habe ich mir sicherheitshalber noch eine Suppe als Vorspeise bestellt. Beim letzten Treffen mit den Mainzern war die Petra dabei und da war die der Suppenkasper, aber diesmal habe ich die Rolle übernommen.
Bevor Alle ihr Essen bestellt hatten, standen schon die ersten Getränke vor uns auf dem Tisch. Die drei Gäste aus Mainz tranken Kölsch und Rotwein und es schien so, als ob sie kein Bier mochten, voll bescheuert. Da ich ja den Taxi Driver spielen musste, trank ich an diesem Abend Bier ohne Alkohol und das ist fast genauso bescheuert wie Sportschau ohne Fußball. Gut, manchmal schau ich mir auch Skispringen an, aber da muss schon gerade Neujahr sein oder halt kein Fußball im Fernsehen laufen. Neulich hatte ich  mal Jever Fun getrunken:  das ist so eine Art Pils ohne Alkohol und diesmal hatte ich mir ein Weizenbier ohne Alkohol bestellt, ein Funziskaner. So hatten wir Alle unseren Spaß und die Zeit verging wie im Flugzeug.
Und  auf einmal fühlte ich  mich an einen meiner Ausflüge in den Hunsrück erinnert und zwar in dem Moment als Andrea ihr Smartphone hervor holte und sich fortan damit beschäftige. Ich dachte immer, dass das nur eine Eigenart der Hunsrücker Frauen ist, aber entweder war das eine optische Täuschung oder Andrea hat Vorfahren, die aus dem Hunsrück stammen oder Andrea hatte ihre Tage, denn Ausnahmen gibt es immer in der Regel. Jetzt fragst du dich sicherlich, was man so in der Gesellschaft mit einem Smartphone macht und ich habe mir nicht nur das gedacht, sondern dachte mir, dass Andrea sich mit uns langweilen würde, voll bescheuert. Sie erzählte uns etwas von einer Whatsapp Gruppe und dass sie diese doch informieren müsse, wie es hier in Gladbach so sei und dann machte sie noch ein Foto und schickte das an ihre Selbsthilfe Whatsapp Gruppe, voll bescheuert. Ich habe mir in dem Moment vorgestellt, dass Andrea bestimmt eines Tages bei den anonymen Whatsappern landen wird und ich dachte daran, wie sie in der Gruppe saß und sich vorstellte: „ Ich bin Andrea G. aus E. und seit zwei Jahren bin ich Mitglied in mehreren Whatsapp Gruppen. Zuerst habe ich das  noch selten gemacht aber seit einem Jahr ist das zu eine Sucht geworden und ich kann nicht mehr, ohne zu Appen. Bevor ich frühstücke teile ich den anderen Gruppenmitgliedern mit, dass ich online, aber noch müde bin und wie manch Nikotinabhängiger seine Zigarette danach braucht, so brauche ich mein Whatsapp danach.“ Das war jetzt nur meine Phantasie lieber Tagesbuch und da ich früher ganz oft im Phantasieland in Brühl war, habe ich auch reichlich davon, voll bescheuert.
Irgendwann meldete sich aber Andreas Magen zu Wort und begann zu knurren. Auch den Anderen fiel auf, dass wir mittlerweile fast zwei Stunden auf unser Essen warteten, aber  lediglich Andrea merkte ich an, dass  sie keine Geduld mehr hatte und ich fühlte mich an das Treffen mit den Mainzer Freunden von vor zwei Jahren erinnert. Damals hatten wir fast genauso lang auf unser Essen gewartet und Daniela, eine Freundin aus dem Hunsrück, machte den Chef  des Hauses freundlich darauf aufmerksam, dass sie im Hunsrück etwas anderes unter Gastfreundschaft verstehen würde. Und wenn du Daniela kennen würdest, dann wüsstest du, dass sie das ruhig und sachlich gemacht hatte, aber bei Andrea schien der Hunger so groß zu sein, dass man das Schlimmste befürchten musste. In der Zwischenzeit brachte mir der Kellner das fünfte Funziskaner und rempelte beim Servieren Andrea an und schüttete etwas Bier über ihren Oberarm. Zum Glück, denn dadurch war sie etwas von ihrem Hunger abgelenkt und da sie nicht wusste, worüber sie sich mehr aufregen sollte, verteilte sich ihr Unmut zu gleichen Teilen auf das verschüttete Bier und auf das fehlende Essen.
Auf jeden Fall führte ihre Unmutsäußerung dazu, dass wir kurz darauf unsere Vorspeisen und auch bald darauf unsere Hauptspeisen erhielten. Und ich glaube, dass Alle ganz zufrieden mit ihrem Essen waren, denn keiner beschwerte sich und die Teller waren nachher leer. OK, am Anfang war Andrea der Meinung, dass ihr Salat versalzen gewesen wäre, aber sie wollte sich nicht schon wieder beschweren und wie sagt der Mainzer immer so schön? Verspürst du Hunger im Magen, dann kannst du auch etwas mehr Salz vertragen.  Ach ja, bevor sie ihren Salat aß, fotografierte sie noch schnell den Salat und schickte ihn an die Eberheimser Whatsapp Gruppe, voll bescheuert.
Wenn ich mal wieder etwas Zeit habe, dann werde ich dir vielleicht noch mehr über den weiteren Verlauf des Abends berichten.




bis neulich
Mütze

Dienstag, 18. Dezember 2012

Erbarme, zu spät, die Meenzer kommen




Lieber Tagesbuch,
  
am Samstagabend war ich im St. Vith in der alten Gladbacher Stadt, nicht zu verwechseln mit Mc Fit, was es wahrscheinlich dort auch gibt. Mc Fit ist eine Kette, die man nicht umhängen kann, voll bescheuert. Das ist hier fast wie früher in der Grundschule, da haben wir schon mal Teekesselchen gespielt. Das ist so ein Spiel, bei dem einer einen Begriff umschreiben muss und dieser Begriff hat zwei Bedeutungen. Zum Beispiel habe ich dann gesagt: „ Ein Schokoriegel und ein Planet.“ und dann haben die anderen Kinder angefangen zu raten und die ersten riefen: Duplo und Mond, aber das war ja nicht die Lösung des Rätsels lieber Tagesbuch. Und irgendwann nach ganz vielen Tipps, wie zum Beispiel „  Er hat einen Durchmesser von 6800 Kilometern und das andere Teekesselchen macht mobil bei Arbeit, Sport und Spiel.“, kam ein Kind, ich glaube es war der Michael Meier auf die richtige Lösung, nämlich auf Mars. Der Michael Meier war total schlau und wurde auch von allen anderen Kindern Schlaumeier genannt. Ach ja und eine Kette ist auch ein Wort mit unterschiedlichen Bedeutungen. Einmal kann es sich bei einer Kette um ein Schmuckstück, das man sich um seinen Hals hängen kann, handeln und dann kann man mit einer Kette auch mehrere Geschäfte, Restaurants oder auch Fitnessstudios meinen, die sich an verschiedenen Orten befinden, aber zum gleichen Unternehmen gehören. So lieber Tagesbuch und da wären wir mal wieder bei Mc Fit, wo ich ja am Samstagabend nicht war, voll bescheuert. Ich war noch nie im Fitnessstudio und manch einer wird jetzt sagen, dass man das auch sieht, aber das ist mir egal. Erstens habe ich keine Lust in einer Gruppe Zumba, Rumba oder Aerobic zu machen und zweitens habe ich auch gar keine Zeit dazu und drittens will ich dort auch keine tollen Frauen kennen lernen. Das mit den Frauen weiß ich von meinem Freund dem Könich. Eine seiner berühmten Thesen lautet: Wer Zumba und Aerobic liebt, der kann auch Kamasutra.
Jetzt aber mal Schluss mit Fitness und zurück zum Samstagabend und da waren wir im St. Vith, einem Speiselokal in der alten Gladbacher Stadt. Da waren wir vor zwei Jahren auch schon mit unseren Freunden aus Mainz und damals mussten wir Ewigkeiten auf unser Essen warten und erst als sich unsere Gäste höflich und ruhig nach dem Essen erkundigten, wurden wir nach zwei Stunden endlich bedient. Also vor zwei Jahren da hätten wir auch Doppelkopf spielen können, denn wir waren die doppelte Anzahl an Köpfen und normalerweise macht man ja nicht den gleichen Fehler zweimal, aber da wir ja nicht so viele Leute waren, hatte ich den Vorschlag gemacht, das zentral gelegene Speiserestaurant zu besuchen, voll bescheuert. Und wer gedacht hatte, dass wir es diesmal besser antreffen würden, der hatte sich von meinen falschen Erwartungen täuschen lassen. Die Erwartungen wurden diesmal noch nicht einmal annähernd erfüllt. Ich kam mir vor wie in einer Räucherei, nur mit dem Unterschied, dass es nicht nach Fisch roch, sondern nach Nikotin stank. Früher habe ich ja selber mal geraucht und da ist mir das gar nicht so aufgefallen wie unangenehm das riecht und wie rücksichtslos Raucher gegenüber Nichtrauchern sein können, aber ich habe auch früher schon immer Staatsanwalt gespielt und ein Plädoyer dafür gehalten, nicht da zu rauchen, wo gegessen wird.  Aber, ob ich etwas sage, oder in China isst jemand einen Sack Reis, das macht keinen großen Unterschied. So saßen wir halt in der Räucherstube von St. Vith und weil die Luft so trocken war, bestellten wir erst mal etwas zu trinken.  Ich hab dir ja noch gar nicht erzählt, dass es am Tag zuvor geschneit hatte und es noch teilweise glatt auf den Stassen am Niederrhein war und da sich Marita nicht so gerne aufs Glatteis begibt, musste ich an dem Abend den Taxifahrer spielen. Ich spiel ja gerne den Taxi Driver und komm mir dann auch manchmal wie Robert de Niro  im gleichnamigen Film vor. Der hat in dem Film so eine Irokesenfrisur, wie sie früher die Punks hatten und wahrscheinlich heute auch noch haben und früher, als ich so ungefähr achtzehn Jahre alt war, da war ich öfter in Lokalen in der alten Düsseldorfer Stadt und da habe ich ganz viele nette Leute mit Irokesenfrisur getroffen, aber das war alles keine Taxi Driver, voll bescheuert.
Normalerweise fahre ich immer hin und Marita zurück, aber da ich mich auch gerne mal aufs Glatteis gebe, musste ich halt auch zurückfahren und deswegen durfte ich an dem Abend nur Getränke ohne Alkohol trinken. Das ist für mich gar kein Problem, denn ich kann auch ohne Alkohol Spaß im Glas haben und den hatten wir.  Ich stell dir mal kurz die Protagonisten des Abends vor und ich versuche mich mal wirklich kurz zu fassen, lieber Tagesbuch.
Wegen der widrigen Witterungsverhältnisse waren nur drei Gäste aus Mainz angereist, aber die Drei waren so schlau gemeinsam anzureisen. Zwei Frauen und ein Mann und das liest sich jetzt fast so wie ein Filmtitel, voll bescheuert. Die beiden Frauen heißen Andrea und sind trotz des gleichen Vornamens nicht miteinander verwandt. Die Eine hat irgendetwas mit den Gebrüdern Grimm zu tun und die Andere halt nicht.  Die beiden Frauen hatten einen Koch dabei, der weder Fisch noch Fleisch mag, also nicht zu verwechseln mit Etwas, was weder Fisch noch Fleisch ist, voll bescheuert. Der hat sogar eine eigene Sendung im Fernsehen, die zwar noch nie ausgestrahlt wurde, aber ihm zu seinem Spitznamen, „Fernsehkoch“, verholfen hat.
Die weiteste Anreise hatte der Helmut, der aus Flensburg angereist war. Flensburg ist ja fast schon nicht mehr in Deutschland und liegt in Schleswig Holstein an der Grenze zu Dänemark.  Also ich wohne ja an der Grenze zu Holland und bin so ein halber Holländer und Helmut wohnt an der Grenze zu Dänemark und ist ein halber Däne. Flensburg ist die nördlichste Stadt Deutschlands ohne Kreisverkehr, also die nördlichste kreisfreie Stadt in Deutschland. Auf jeden Fall ist der Helmut Fan von Borussia Mönchengladbach und bisher hatte ich den in Berlin und in Mainz getroffen, aber noch nie in Mönchengladbach.
Aus Erkrath erschienen an diesem Abend MTE mit seiner Gattin Lydia und die Beiden sind bei solchen Fantreffen immer dabei und immer gern gesehene Gäste und wenn du wüsstest, wo die die Beiden leben, dann würdest du auch verstehen, dass sie jede Gelegenheit nutzen, etwas anderes zu sehen. Ich glaube, die haben sich vor fast 40 Jahren im Sandkasten in Erkrath kennengelernt und ich kann mir bildlich vorstellen, wie MTE den Bauplan für die Sandburg in seinem Kopf hatte und Lydia exakte Anweisungen gab, wie sie die Bauarbeiten zu verrichten hatte.
Aus Downtown Mönchengladbach waren  die Geschwister Brigitta und Kerstin anwesend und weil sie sich nicht ohne männliche Begleitung auf den Weg machen wollten, war extra Hardy aus Frankfurt angereist. Ich weiß gar nicht, ob der wirklich Hardy heißt und aus Frankfurt kommt, aber das ist auch nicht so wichtig lieber Tagesbuch, denn ich sag ja immer, dass Namen nur schallender Rauch sind und in dem Fall ist das auch so.
Für alle Fälle hatten wir auch Simone, unsere Rechtsanwältin, dabei, die Rechthaben studiert hat und auch immer meint Recht zu haben. Da sind ja eigentlich alle Frauen gleich lieber Tagesbuch, alle wollen immer Recht haben und meinen, wenn sie das letzte Wort hätten, dass das mit Recht haben, gleich zu setzten ist, aber das ist eine optische Täuschung, auf die fast alle Frauen reinfallen.
Aus Wuppertal war der Peter dabei, der seit mindestens fünfzig Jahren Borussia Mönchengladbach Fan ist und du merkst schon, dass er aus Wuppertal, der größten Stadt des Bergischen Landes kommt. Wuppertal ist ja, wie du sicherlich weißt, das Bildungs- und Kulturzentrum des Bergischen Landes und das merkt man immer wieder, wie gebildet der Peter doch ist. Der kennt Fernsehsender, von deren Existenz ich bisher nur aus der Programmzeitung wusste. Zum Beispiel Phoenix, ARTE und Beate Uhse TV, um nur mal ein paar Sender zu nennen.
Marita und ich komplettierten die gesellige Runde und jetzt hat Vorstellung der Mannschaft so lange gedauert, dass ich gar keine Zeit mehr habe über den weiteren Verlauf des Abends zu berichten, aber das werde ich bestimmt mal nachholen. Da wird es dann richtig spannend werden und ich muss schon aufpassen, was ich dir da so alles erzählen und schreiben werde lieber Tagesbuch, denn nicht alles, was sich im Laufe des Abends ereignete, ist für Tagesbücher unter 18 Jahren geeignet.  




bis neulich
Mütze

Dienstag, 4. Dezember 2012

Mütze Boy





Lieber Tagesbuch,
  

neulich war ich bei IKEA in Essen, also ich habe da nicht gegessen, sondern das ist ein Einrichtungshaus, bei dem man vor allen Dingen Möbel kaufen kann und das zu einem relativ günstigen Preis. IKEA ist ein Akronym, nicht zu verwechseln mit einem Synonym. Ein Akronym ist ein Kurzwort, das sich aus den Anfangsbuchstaben von mehreren Wörtern  zusammensetzt. Ingmar, Kamprad, Elmtaryd, Agunnaryd sind die einzelnen Wörter, deren Anfangsbuchstaben IKEA ergeben. Die ersten beiden Worte sind der Vor- und Nachname des Gründers des Unternehmens und im Bauernhof Elmtaryd in der Verbandsgemeinde  Agunnaryd in Nordschweden verkaufte Ingmar Kamprad 1943 die ersten Möbel. Mittlerweile haben meine Nachbarn aus Holland das Unternehmen übernommen, aber du kannst weiterhin in den Einrichtungshäusern günstig Möbel kaufen. Im Normalfall kauft man ja einen Stuhl, einen Schreibtisch oder ein Regal und das war es dann, aber bei IKEA bekommt das Ganze eine persönliche Note, weil alle Möbel einen Namen haben.
 Mir fällt da spontan das Regal Billy ein und gleichzeitig denke ich da an Billy Boy und das ist kein Regal, sondern bei Billy Boy handelt es sich um Kondome. Ich versuch dir mal zu erklären was ein Kondom ist und wozu man das gebrauchen kann. Ein Kondom ist so etwas wie ein Luftballon aber aus Kautschuk und wird über das erigierte Geschlechtsteil des Mannes gestreift und dient beim Geschlechtsverkehr dem Schutz vor Geschlechtskrankheiten und der Empfängnisverhütung. Ich glaube, dass du heutzutage Kondome auch bei IKEA kaufen kannst. Früher konntest du die nur in der Apotheke bekommen und da stellte ich mir ernsthaft die Frage, ob das sexuelle Verlangen eine Krankheit sei, voll bescheuert. Ich weiß noch als ich mich das erste und gleichzeitig das letzte Mal traute in eine Apotheke zu gehen, um Kondome zu kaufen. Die freundliche und hilfsbereite Apothekerin stellte mir Fragen, mit denen ich nicht so viel anfangen konnte. In welcher Geschmacksrichtung ich die gerne hätte, ob mit Erdbeer- oder Bananengeschmack oder geschmacksneutral. Bis zu dem Zeitpunkt wusste ich nicht, dass man die Dinger auch essen kann, voll bescheuert. Oder ob ich gerne genoppte oder gerippte Kondome haben wollte. Die gerippten Kondome sollten wohl für die Männer sein, die Feinrippunterwäsche tragen. Ich wusste gar nicht, welche ich kaufen sollte und am Ende des Gesprächs entschloss ich mich von allen Varianten eine Packung mitzunehmen. Ich verließ die Apotheke mit einer Rieseneinkaufstüte voller Kondome für die ich fast 300 DM bezahlen musste, aber dafür hatte ich ja auch über tausend Kondome in allen Farben und sämtlichen Geschmacksrichtungen und auch wenn ich weder Noppen- noch Feinrippunterwäsche hatte, so  besaß ich wenigstens solche Kondome, voll bescheuert.
Die Reaktion meiner damaligen Freundin, als ich die Tür meines Nachttisches öffnete und ich Sie bat sich ein Kondom auszusuchen, war nicht so positiv. Irgendwie hatte sie einen falschen Eindruck von mir und irgendwie war die Stimmung im Eimer, voll bescheuert. Als sie ging, gab ich ihr noch ein Erdbeerkaukondom mit, damit sie für unterwegs etwas zu kauen hatte.
Letzten Freitag habe ich aber keine Kondome bei IKEA in Essen gekauft, sondern ein Bett mit Lattenrost und Matratze. Dazu einen passenden Nachttisch, einen Schreibtisch und ein Regal. Die heißen Malm, Uppsal und Götebor also alles  Namen von schwedischen Städten ohne den letzten Buchstaben. Du weißt ja, dass Namen nur schallender Rauch sind und es mir auch egal war, wie die Möbel heißen. Sie waren auf jeden Fall preiswert und auch qualitativ ganz gut und zur Einrichtung einer Studentenbude ausgezeichnet geeignet. Keine Sorge, lieber Tagesbuch, ich werde auf meine alten Tage nicht noch ein Studium beginnen. Eigentlich studiere ich ja jeden Tag das Leben und die Menschen und ich denke man lernt immer wieder etwas Neues, auch ohne ein Studium an einer Fachhochschule oder Universität. Ach ja, die Möbel waren bzw. sind für meinen Sohn der in Essen studiert. Als wir am Wochenende mit dem Einzug und dem Möbelaufbau fertig waren, legte ich noch eine Packung Billy Boy in den Nachtschrank, bevor ich mich auf den Heimweg nach Grefrath machte.




bis neulich
Mütze

Montag, 3. Dezember 2012

Adventus Mützi



Lieber Tagesbuch,

  
gestern war der erste Advent und das am 2. Dezember, voll bescheuert. Du kannst ja schon seit Wochen nicht mehr zu Aldi oder REWE oder sonst wohin einkaufen gehen, ohne in den Gängen Weihnachtsgebäck wie Spekulatius oder Lebkuchen zu finden. Advent kommt ja aus dem lateinischen und heißt mit richtigen Namen  Adventus Domini, was übersetzt die Ankunft des Herren heißt. Früher, als meine Kinder noch klein waren, da haben wir jeden Abend Adventus Mützi gefeiert und auch wenn du immer sehr schnell mit deinem Latein am Ende bist lieber Tagesbuch, so wirst du dir sicherlich denken können, was das bedeutet.
Auf jeden Fall ist die Adventszeit, die Zeit vor Weihnachten, in der die Christenheit sich auf das Hochfest der Geburt von Jesus von Nazareth, Weihnachten, vorbereitet. Die Christen gedenken der Geburt Jesu und feiern sie als Menschwerdung Gottes. Das habe ich jetzt nicht wirklich selbst erfunden lieber Tagesbuch, sondern  bei Wikipedia rauskopiert. Diese Textpassage ist quasi eine Rauskopie und das ist so was Ähnliches wie eine Raubkopie, voll bescheuert. Warum die Leute in der Adventzeit bestimmte Brauchtümer pflegen, kann ich dir auch nicht erklären, aber irgendeiner wird mal damit angefangen haben und andere werden das für gut befunden haben und wenn es dann zur Gewohnheit und dann nennt man das irgendwann Brauch. Ebenfalls zu der Adventszeit gehört der Adventskranz und den solltest du nicht mit dem Frankfurter Kranz verwechseln, denn bei dem Adventskranz handelt es sich ein aus Tannenzweigen bestehen Kranz mit vier Kerzen oben drauf und um keinen Kuchen. Heutzutage sind nur noch vier Kerzen für die vier Sonntage vor Weihnachten auf dem Adventskranz, aber der Erfinder des Adventskranzes Johann Hinrich Wichern  brachte vier große und 19 kleine Kerzen an seinen Adventskranz an, so dass jeden Tag eine Kerze angezündet werden konnte. Ende des 19. Jahrhunderts als die Chinesen auf den  Paraffinmarkt drängten, führte das zu einem drastischen Preisanstieg des Paraffins, so dass sich ein normaler Haushalt keine 23 Kerzen mehr auf dem Adventskranz leisten konnte. Seit dieser Zeit ist der Adventskranz mit den 23 Kerzen komplett vom Markt verschwunden.
Wie du ja weißt, habe ich Romantik in meinen Adern und deswegen find ich so ein paar Dinge in der Vorweihnachtszeit gar nicht mal so schlecht, unter anderem die Sache mit den Kerzen. Und wenn es von der Zeit her passt, dann finde ich das Backen von Plätzchen auch nicht schlecht und da ich ja auch ein wenig mit Rainer Maria Rilke sympathisiere, mag ich auch Weihnachtsgedichte. OK, da fällt mir spontan ein Gedicht zur Vorweihnachtszeit ein, lieber Tagesbuch:

Mit Musik und bei Kerzenschein
wollte ich Claudias Lover sein
Ich nahm den Glühwein von Aldi, der war billig
und Claudia war nach der dritten Tasse willig
Sie wurde wild und hemmungslos
Meine Vorfreude war riesengroß
Von der Bluse öffnete ich Knopf nach Knopf
Sie schüttete sich noch nen Glühwein in den Kopf
Ich wähnte mich schon am Ziel
aber Claudia sagte nicht mehr viel
Anstatt zu stöhnen, fing sie an zu schreien
„Oje, mir ist übel, ich muss speien.“
Was ich nicht wusste, das weiß ich nun wohl
Trinke vor dem Sex nicht zu viel Alkohol

Die Handlung des Gedichtes und alle handelnden Personen, bis auf meine Person, sind frei erfunden. Jegliche Ähnlichkeit mit einer lebenden oder realen Claudia ist rein zufällig.   




bis neulich
Mütze