Samstag, 6. Oktober 2012

Rebel Yell




Lieber Tagesbuch,
da bin ich heute Morgen aufgestanden und habe gedacht, dass wir November hätten, so trüb und regnerisch war es. Dabei haben wir doch gerade erst Anfang Oktober und da kann es doch eigentlich nicht so regnen wie im November, voll bescheuert. Aber ich glaub, dass ich auch weiß, warum das so ist lieber Tagesbuch. Das hat alles mit dem Klima zu tun, das auch nicht mehr das macht, was man von dem erwartet. Früher konntest du dich mal da drauf verlassen, also pünktlich zum 1. November fing es an zu regnen und in den Sommermonaten war es warm und sonnig und auch sonst wusste ich immer, was ich so zu erwarten hatte von dem Wetter. Eigentlich weiß ich ja immer gerne, wo ich dran bin, aber manchmal liebe ich  halt auch Überraschungen und das nicht nur beim Wetter. Meine Tante hat mir zu Weihnachten immer einen selbstgestickten Pullover geschenkt und die einzige Frage und Überraschung war, ob sie das Loch, wo der Kopf durchgesteckt wird, groß genug gelassen hatte, damit ich auch mal ohne Probleme den Pullover anziehen konnte. So richtig Freude kam da bei mir nicht auf, zumal mein zwei Jahre jüngerer Bruder immer dasselbe Modell in einer Nummer kleiner geschenkt bekam. Das wiederum brachte mich zum Schmunzeln, denn wenn ich nach einem Jahr endlich aus dem Strickpullover rausgewachsen war, bekam mein kleiner Bruder mein Modell vererbt und ärgerte sich, dass er mindestens zwei Jahre hintereinander im selben Strickoutfit rumrennen musste. Andere hätten sich an das alljährliche Ritual am 1. Weihnachtstag gewöhnt, aber ich nicht. Ich weiß noch genau, wie wir im Auto saßen und je mehr wir uns der Wohnung von Tante und Onkel und Cousinen näherten, desto mehr wuchs in mir der Gedanke, mich diesmal nicht über den Strickpullover zu freuen. sondern das zu sagen, was ich auch tatsächlich dachte. Nach freudiger Begrüßung und nach Kaffee und Kuchen gab es die Geschenke und alle taten so, als ob es eine Riesenüberraschung geben würde. „ Na kleiner Mann, da bist du sicherlich gespannt, was das Christkind dir schönes mitgebracht hat.“ Ich war dreizehn, gerade auf dem Weg in die Pubertät und meine Spannung hielt sich in Grenzen. Das war quasi das berühmte Spiel ohne Grenzen, nur ohne Camillo Felgen, voll bescheuert. Alle freuten sich über ihre Geschenke und bedankten sich artig, nur der kleine dreizehn jährige Mann aus Lobberich schaute grinsend in die Runde, ohne sein Geschenk auszupacken. Auf die Frage, warum ich denn nicht mein Geschenk auspacken würde, antwortete ich, dass es doch eh der gleiche Strickpullover sei, den mein Bruder schon brav angezogen habe und dass ich keine Strickpullover mehr haben möchte. Damit waren die Gläser aber richtig voller Spaß lieber Tagesbuch und die Reaktionen gingen von erstaunten Blicken über Kopfschütteln bis hin zu Vorwürfen und Schimpfe meiner Eltern. Noch den ganzen Heimweg von Mönchengladbach nach Lobberich musste ich mir die Vorhaltungen meiner Eltern anhören, und meine Geschwister hatten ihre wahre Freude daran, wie ich verbal eins auf die Mütze bekam, voll bescheuert. Ich kam mir ungefähr so vor wie Billy Idol, den zu dem damaligen Zeitpunkt noch keiner kannte und irgendwie hatte ich die Melodie zum späteren Hit Rebel Yell von Billy Idol in meinem kleinen niederrheinischen Kopf. Lieber Tagesbuch, auch wenn das Ganze drum herum nicht sonderlich angenehm und nicht unbedingt der einfache und leichte Weg war, so hat es mich früh gelehrt, immer meine Meinung zu sagen und nichts zu machen, wovon ich nicht überzeugt bin. Im darauf folgenden Jahr habe ich von meiner Tante und meinem Onkel zu Weihnachten ein paar Fußballschuhe und einen Schal von Borussia Mönchengladbach geschenkt bekommen.



Bis neulich
Mütze

Freitag, 5. Oktober 2012

Wo ein Wille ist, da ist nicht immer ein Sieg





Lieber Tagesbuch,

wir haben ja gestern Abend gegen Istanbul gespielt, also wir, das ist Borussia Mönchengladbach und die haben gegen Fenerbace Istanbul gespielt. Das Spiel endete 2:4 und viel mehr möchte ich dir gar nicht über das Spiel erzählen. Klar, ich kann dir jetzt wieder mal stundenlang und in epischer Breite versuchen zu erklären, warum wir verloren haben und wer der Schlechteste war und was aus meiner Sicht so alles falsch gelaufen ist, aber das machen doch schon so viele und die haben auch genauso wenig Ahnung wie ich. Fußball kannst du mit einer Beziehung zwischen Frau und Mann vergleichen, mal läuft es rund  und mal klappen die einfachsten Dinge nicht. Ich gebe dir nur den Tipp lieber Tagesbuch, solltest du mal ein anderes Tagesbuch kennen lernen und es funkt zwischen euch beiden, dann mache nie einen auf arbeitslos, verstehst du, was ich meine? Ich meine damit, dass eine Beziehung auch Arbeit ist und du darfst nie aufhören zu arbeiten, auch wenn du meinst, dass alles wunderbar läuft. Denn ohne Training und Arbeit funktionieren beim Fußball die einfachsten Pässe nicht mehr und in einer Beziehung bekommst du dann schneller den Laufpass als du denkst.
Manchmal merkst du gar nicht, dass du nicht genug trainierst und du denkst, dass alles so weiterläuft, wie in der vergangenen Saison, aber dann kommen die Pässe nicht mehr an und Harmonie ist auf einmal nur noch eine Kaffeesorte von Melitta, voll bescheuert. Und dann ist das halt so, wenn es einmal nicht mehr läuft, dann läuft es nicht mehr und du verlierst Spiele, die du in der letzten Saison noch gewonnen hättest und genauso, wie es in der letzten Saison im positiven Sinne war, so kann sich jetzt durch so einen Negativlauflauf, der ein oder andere selbstständig machen, also das Ganze verselbstständigt sich quasi, voll bescheuert. Fußball ist eben nicht nur eine Fuß- sondern auch eine Kopfsache und du kennst das doch aus dem wahren Leben lieber Tagesbuch. Wenn du da erst mal in einen dicken Kuhfladen trittst, dann stinkst es dir nicht nur gewaltig, sondern dann bist du so was von unsicher, da kannst du einpacken bevor du überhaupt ausgepackt hast.
So läuft das auch zurzeit bei der Borussia. Die Jungs wollen gewinnen, aber denen fehlt halt das nötige Selbstvertrauen, welches sie durch einen Sieg  mal wieder bekommen würden. Du merkst denen gleichzeitig den Willen und die Verkrampfung an und meist überwiegt in den ersten zwanzig bis dreißig Minuten der Wille, aber sobald der Gegner ein Tor schießt, bricht alles zusammen und der Krampf hat gegen den Willen gewonnen und die Borussia damit schon so gut wie sicher das Spiel, voll bescheuert. Im Fernsehen läuft mittlerweile die zigste Wiederholung von dem Film „ Drei Helden auf Abwegen“. Mittlerweile stell ich um, wenn das in der Kiste läuft. Wenn es denen bei uns nicht gefallen hat oder wenn sie erhoffen wo anders mehr Ruhm und Anerkennung zu erlangen, dann sollen die halt wo anders ihren Spaß haben. Auch da kannst du wieder diese parallele Linien ziehen lieber Tagesbuch, denn wenn deine langjährige Partnerin den Entschluss gefasst hat, dich zu verlassen bzw. dich verlassen hat, dann wird es am Anfang sicherlich auch wehtun und du wirst auch noch an die schöne gemeinsame Zeit denken, aber je eher du dich an die neue Situation gewöhnst, je besser ist es für dich lieber tagesbuch.
Am Sonntag kommen die Frankfurter nach Gladbach und bei denen läuft es harmonisch und in bester Eintracht. Das wird folglich nicht einfach lieber Tagesbuch, aber einfach kann ja jeder, gell. Ich hab dir ja erst neulich geschrieben, dass alles gut wird und da ich ja schon als Optimist geboren wurde, gilt die Aussage von mir noch immer.   

Bis neulich
Mütze

Donnerstag, 4. Oktober 2012

Ein Herz für Schmuggler





Lieber Tagesbuch,
ich habe neulich einen Bericht über die Pyrotechnologie in den Fußballstadien gelesen und weil ich nicht nur eine Seite betrachten wollte, habe ich noch mehrere Seiten gelesen. Habe im Internet gesucht, Zeitungen gelesen und hab nach langer Zeit sogar mal wieder ein Buch gelesen, welches ich in Mainz aufgegabelt habe und der Autor heißt auch so ähnlich, Jonas Gabler. Sein Urgroßvater mütterlicherseits war der Erfinder des Gablerstaplers, aber das ist eine andere Geschichte lieber Tagesbuch.  Der Autor des Buches hat vorne in das Buch sogar einen Spruch rein geschrieben, wie man das früher in dem Poesiealbum gemacht hat.
Mütze, du vom Niederrhein
Willst du nicht mein Leser sein?
Dann hat der noch seinen Namen unter den Spruch geschrieben und wer kann so eine Frage schon mit Nein beantworten? Nachdem ich dann viele Seiten betrachtet habe, kann ich dir jetzt auch einiges zu der Thematik schreiben. Als erstes werden da ganz viele Dinge in einen Topf geschmissen und manche gehören da rein und manche nicht. Da sind so viele Dinge, angefangen von Ultras, die im Übrigen in keinem Zusammenhang mit dem berühmt berüchtigten Ultraschall stehen, auch wenn die Ultras für laute Beschallung im Stadion sorgen, voll bescheuert. Wenn dich das näher interessiert, dann kannst du ja mal in dem Buch lesen oder ich erzähl dir ein andermal davon, denn das ist eine komplexe Thematik und ich wollte ja eigentlich nur etwas über die Pyrotechnologie schreiben und der Zusammenhang zwischen der Pyrotechnologie und den Ultras ist, dass die genau wie ich ein Fan von Sylvester sind. Nicht von dem Schauspieler Sylvester Stallone, obwohl das ja auch ein knallharter Kämpfer war, der im Ring abging wie eine Rakete. Nein, wir meinen Sylvester Fuochi d'artificio, den berühmten italienischen Erfinder der Pyrotechnologie, zu dessen Gedenken alljährlich zum Jahreswechsel Menschen auf der ganzen Welt Feuerwerkskörper in den Himmel schießen. Es gibt halt Leute, die das mit dem Feuerwerk am Ende des Jahres so klasse finden, dass die das halt gerne öfter machen würden. Das kann ich gut nachvollziehen lieber Tagesbuch, denn das geht mir auch so mit Dingen, die ich klasse finde und das hat jetzt auch was mit Feuerwerk zu tun, aber nichts mit der Pyrotechnologie, voll bescheuert.
Manche Fans nehmen halt solche Leuchtraketen mit ins Stadion und  brennen die dann dort ab und weil das ja verboten ist, müssen die halt die Pyros in das Stadion reinschmuggeln, so wie ich früher den Kaffee und den Tabak von Holland nach Deutschland geschmuggelt habe. Also so oft habe ich das ja nicht gemacht, höchstens einmal in der Woche und wenn dann natürlich nur für den Eigenbedarf. Das war mal erlaubt in Holland, da durftest du die ganzen Drogerieartikel für den kaufen, aber nur wenn du diese dann auch selber wieder verbrauchst, aber das konnten die dann ja nicht mehr kontrollieren. OK, an der Grenze zwischen Holland und Deutschland gab es früher so Kaffee- und Tabakkontrolleure, die hielten dann potente Schmuggler an und fragten, diese ob sie etwas zu Rauchen dabei hätten, was über den normalen Bedarf für sich selber hinaus ging. Ich fand die Frage recht schwierig zu beantworten, weil ich ein schlechter Schätzer war und nie einschätzen konnte, ob ich mit den eingekauften Drogerieartikeln meinen Bedarf decken konnte. Heutzutage darf man so viel zu rauchen von einem Land in das andere Land mitnehmen, wie man will und somit können die Jugendlichen hier auch nicht mehr Schmuggler spielen. Das ist ja an und für sich eine Aktivität, die Spaß gemacht hat, aber gleichzeitig verboten war, was den Reiz an der Sache noch erhöht hat. Und hier komme ich wieder zurück zu dem Ausgangpunkt oder den berühmten parallelen Linien lieber Tagesbuch. Die Jugendlichen, die Pyros in das Fußballstadion schmuggeln, machen etwas offensichtlich Verbotenes, indem sie die Feuerwerkskörper an den Kontrolleuren am Stadioneingang vorbei ins Stadion rein schmuggeln und damit quasi so was sind wie ich früher war. Nur kann man die Dinger nicht rauchen, aber dafür kann man damit viel Rauch erzeugen, voll bescheuert.
Ich würde die Pyrotechnologie in den Stadien erlauben und das nicht nur weil ich ein Fan von dem Sylvester bin.  Für die Pyrotechniker würde ich in jedem Stadion einen abgetrennten Bereich zur Verfügung stellen und nur dort dürfen dann die Jungs unter Aufsicht von einem staatlich geprüften Feuerwehrmann zu einer fest vereinbarten Zeit, zum Beispiel 15 Minuten vor Spielbeginn, abbrennen. Idealerweise  gibt es diese Feuerwerkskörper auch direkt bei den staatlich geprüften Feuerwehrmännern zu kaufen, so dass erstens die die lästige Transportiererei in den Unterhosen oder Schuhen ins Stadion entfällt und zweitens gewährleistet ist, dass die Jungs nicht  sich und andere durch Billigware gefährden.
Lieber Tagesbuch ich erzähl dir jetzt noch was ganz im Vertrauen. Als ich noch klein war und in die Grundschule ging, da hatte ich Angst vor so einem Feuerwerk, aber da erzähle ich dir ein andermal mehr von.


Bis neulich
Mütze

Mittwoch, 3. Oktober 2012

Michi und Mütze



Lieber Tagesbuch,
ich habe gerade bei Facebook gelesen, dass Michael Frontzeck neuer Trainer bei St. Pauli wird bzw. ab sofort ist. Früher hätte ich so was in der Zeitung gelesen oder vielleicht im Videotext entdeckt. Ich kann mich noch genau erinnern, wie ich vor einer neuen Saison auf Videotexttafel 210 auf Sat1 geschaut habe, ob es neue Transfers zu vermelden gibt oder was es sonst so Interessantes in der Welt des Fußballs zu berichten gibt. Gut, manchmal kamen auch so Werbeeinblendungen von Frauen, die unbedingt angerufen werden wollten und sich mit einem über alles Mögliche austauschen wollten, aber meine Mama hatte mich immer vor den 0190 er Nummern gewarnt und gesagt, dass die dir Dinge sagen, die du gar nicht glauben kannst und von denen ich noch nie gehört hätte und das alles für teures Geld. Die Frauen, die da am Telefon sitzen, sind meistens Bäuerinnen und würden einem was von Schweinen und Säuen erzählen, also das wäre quasi ein versauter Streichelzoo am Telefon gewesen, voll bescheuert. Die bieten den Videotext mittlerweile gar nicht mehr an und als ich das irgendwann mal festgestellt hatte, rief ich bei der GEZ an, aber die sagten, dass sie lediglich für die offenen rechten Sender zuständig seien und verwiesen mich an Leute von SAT1. Na ja und da fragten die mich, ob ich keinen Computer hätte, weil dort die Dinge, die man früher im Videotext lesen konnte, viel früher zu lesen seien. Ich war ganz erstaunt, dass man bei seinem Computer auch Videotext mit dabei haben soll, aber ich habe wohl noch ein älteres Modell, ohne diesen Service, voll bescheuert. Durch Zufall habe ich dann Facebook entdeckt und da kannst du auch die Dinge erfahren, für die du früher einen Videotext hattest. Aber zurück zu Michael Frontzeck, dem neuen Trainer von St. Pauli. Er wurde 1964 in Odenkirchen geboren und lieber Tagesbuch der Jahrgang 64 wurde manchmal ein wenig unterschätzt, aber zu Unrecht. Auch bei den Weinen brachte der Jahrgang ein paar edle und allseits geschätzte Tropfen hervor. 1964 war ein warmer, sonniger Sommer und im Herbst gab es ausreichend Niederschläge, so dass die Lese ausgezeichnet ausfiel. Bekannt ist der Moselwein Soleil du Kerbrich und der bonnet vert pomme aus dem Rheinland. Ach ja und weißt du wer noch aus Odenkirchen kommt und  vielleicht auch den Michael Frontzeck kennt? Der Gregor, genannt Craeck , aber der ist nicht aus dem gutem Jahrgang. Der ist Anfang der 70er Jahre geboren und ist irgendwann ausgewandert, zuerst  nach Elmshorn und jetzt in die Matrix. Beide Orte liegen in der Nähe von Hamburg und genau dorthin verschlägt es ja nun auch Michael Frontzeck, der genau wie Greg aus Odenkirchen kommt und somit wird aus einer parallelen  Linie ein geschlossener Kreis, voll bescheuert. Und der Michael Frontzeck hat auch bevor er zu Borussia Mönchengladbach wechselte in Odenkirchen Fußball gespielt und ich hab auch früher Fußball gespielt, aber nicht  bei der Spielvereinigung Odenkirchen, sondern beim Lobbericher Sportclub. Wir haben mal mit der A-Jugend an einem Turnier in Odenkirchen teilgenommen und da stand schon fest, dass Michael Frontzeck zu Borussia Mönchengladbach wechseln würde. Michael Frontzeck war linker Verteidiger und auch ich spielte auf der Position des linken Verteidigers. Das sind ja so viele Parallelen lieber Tagesbuch, da kann man schon fast von einer Parallelwelt sprechen, voll bescheuert. Das war es aber auch schon mit den Parallelen, denn am Ende haben wir das Turnier gegen die Mannschaft von Michael Frontzeck gewonnen. Er wechselte zur Borussia und ich blieb beim Lobbericher Sportclub. Irgendwie habe ich den Michael Frontzeck immer gemocht, also sowohl als Spieler und auch später als Trainer und vor allen Dingen als Mensch, also quasi als Alles, voll bescheuert und so wünsche ich ihm endlich auch mal als Trainer das nötige Glück und den Erfolg, den er als Spieler hatte, aber als Trainer noch vermisst.
    


Bis neulich

Mütze

Hier kommt die Mütze

Lieber Tagesbuch,
manchmal komme ich mir vor wie die Maus aus der Sendung mit der Maus, voll bescheuert. Das ist eine Sendung für Kinder im Vorschul- und Grundschulalter, in der erklärt wird, wie alltägliche Dinge funktionieren oder warum manche Dinge so sind wie sie sind.  Als meine Kinder in dem Alter waren, da haben wir das auch immer gemeinsam geschaut und nicht nur die Kinder haben da was gelernt. Die Sendung war nicht nur lehrreich sondern auch in vielen Fällen sehr hilfreich. Ich gebe dir mal mal ein Beispiel lieber Tagesbuch. Stell dir mal vor du müsstest deinen Kindern erklären, wie ein Gewitter entsteht, also quasi die Frage beantworten: „ Du Papa warum blitzt und donnert es jetzt?“  Ja, dann würden viele Leute nachdenken und manch einer wüsste jetzt sicherlich, wie ein Gewitter entsteht, aber die wenigsten könnten das Zusammenspiel der labilen Schichtung der Atmosphäre, der Feuchte in bodennahen Luftschichten und der Kondensation irgendwie in Zusammenhang bringen, geschweige denn, einem anderen diese Zusammenhänge erklären und selbst wenn man das versucht den Kindern oder auch Erwachsenen zu erklären, dann schalten die doch nach kurzer Zeit ab.
Ich habe dann geantwortet: „ Fragt doch mal die Maus.“ Und es dauerte eine Weile, bis die Kinder wussten, was und wen ich damit meinte, denn am Anfang rannten sie immer zu meiner Frau und sagten: „ Du Mama, der Papa weiß das nicht und jetzt sollen wir dich fragen.“ Meine Frau hat den Kindern dann erklärt, dass ich das bestimmt erklären könne, aber gerade die Sportschau schauen würde und in der Sendung mit der Maus das richtig gut erklärt würde.
Und ich komme mir halt manchmal vor wie die Maus, weil ich dir ja auch alles Mögliche zu erklären versuche und meistens gelingt mir das auch ganz gut lieber Tagesbuch. Das meine ich zumindest, denn bisher hast du noch alles verstanden, was ich dir erklärt habe.  Neulich habe ich dir ja erklärt, wie das hier mit meinem Blog funktioniert und dass ich zuerst alles auf einen Block schreibe und anschließend hier veröffentliche und ich bin ja noch ganz am Anfang mit der Schreiberei, und deswegen bin ich ja ein so genannter Beta Blogger.
So für heute habe ich auch keine Einfälle mehr, also mir fällt nicht mehr viel ein lieber Tagesbuch und dann halte ich tatsächlich mal mein Versprechen und fasse mich kurz, auch wenn ich das ja eigentlich nicht kann.
Ach ja am morgigen Donnerstag kommen die Türken nach Gladbach. Du wirst jetzt sicherlich sagen, dass das nichts Besonderes ist, weil in Gladbach mehr Dönerbuden als Pommesbuden sind, aber das hat damit nichts zu tun. Und mit dem Hannibal, der mal auf einem Elefanten geritten ist und kurz vor Wien wieder umgekehrt ist, hat das auch nichts zu tun. Du wirst es nicht glauben, aber ich habe auch schon mal einen Elefanten geritten. Der Elefant hieß Elke und ich war betrunken, aber auch das ist eine andere Geschichte, voll bescheuert. Ok, jetzt klär ich dich mal auf lieber Tagesbuch. Am Donnerstag spielt Borussia Mönchengladbach um 21:05 im Nordpark gegen Fenerbace Istanbul, also es geht schlicht und ergreifend um Fußball und du weißt ja, dass Borussia Mönchengladbach mein Lieblingsverein ist und ich da kein Heimspiel von verpasse. So, jetzt weißt du Bescheid lieber Tagesbuch und ich hab mal wieder sprichwörtlich Mäuschen gespielt, voll bescheuert.  

   


Bis neulich

Mütze

Dienstag, 2. Oktober 2012

Mütze Holmes




Lieber Tagesbuch,
ich wollte immer mal ein Buch schreiben, also kein Tagesbuch sondern einen Roman. So ein Krimi das hätte schon was, aber Krimis gibt es wie Wasser am Strand und da ist die Chance auf eine erfolgreiche Veröffentlichung ungefähr so groß wie  die richtige Zusatzzahl beim Lotto. Du kennst wahrscheinlich gar nicht Lotto lieber Tagesbuch. Das ist so ein Spiel mit dem Glück und wenn du gewinnst, dann bekommst du, je nachdem wieviel Glück du hattest, viel Geld. Dabei macht doch Geld nicht unbedingt glücklich, voll bescheuert. Außerdem fass ich mich ja immer kurz und bei so einem Roman da kann man nicht schon nach einer Seite aufhören zu schreiben, da sollte man schon alle Seiten beleuchten.  Eigentlich kann man bei einem Kriminalroman genauso anfangen wie bei einem Kuchen, nämlich mit den Zutaten.
Du brauchst mindestens einen Toten und das spielt keine Rolle ob weiblich oder männlich. Bei einem fortgeschrittenen Krimi spielen dann mindestens zwei Tote mit und im Laufe der Ermittlungen wird dann eine Verbindung zwischen den beiden Toten entdeckt und wenn es nur derselbe Mörder ist.
Wenn man ein oder mehrere Mordopfer hat, dann benötigt man natürlich auch einen Täter und logischerweise auch eine Handvoll Tatverdächtiger.
Ein Ermittlerduo darf natürlich auch nicht fehlen lieber Tagesbuch und da würde ich ein Duo nehmen, weil in allen Krimis meistens ein Team mit zwei Hauptdarstellern ermittelt wie z.B. Ballauf und Schenk oder Derrick und Harry oder Waldorf und Statler oder aber Saalfeld und Keppler und so ein gemischtes Doppel wie das letztgenannte Duo würde ich immer bevorzugen. Also wenn eine Frau und ein Mann ermitteln, dann hast du automatischen neben der Haupthandlung noch mindestens eine Nebenhandlung und da kann man sich dann aussuchen, ob es zu Spannungen im Team kommt oder ob man irgendwelche private Dinge einbaut.  Sex sells, wie der Niederrheiner so schön sagt und da wäre mal so eine kurze heftige Affäre zwischen der Kommissarin und dem Hauptkommissar eine Variante, die ich so in der weiten Welt der Literatur noch nicht gelesen habe. Aber ich muss gestehen, dass ich soweit noch gar nicht rumgekommen bin in der Welt der Literatur, voll bescheuert.
Zu den Hauptdarstellern brauchst du noch ein paar Nebenrollen wie zum Beispiel den Pathologen, der die Leichen aufschneidet und irgendwie immer einen der Klatsche hat, also welcher normale Mensch schneidet schon Leichen auf?
Dann nimmt man noch einen Luigi, also einen Pizzabäcker hinzu, bei dem die beiden Ermittler regelmäßig ihre Cannelloni mit Spagetti oder eine Pizza Calabrese extra scharf und mit viel Knoblauch essen. Entweder du nimmst den Lieblingsitaliener oder wahlweise kannst du auch die Lieblingskneipe nehmen, in der die beiden ihr Feierabendbier bzw. die Dame ihren Caipirinha  trinkt und entweder sinnieren die beiden Ermittler dann noch über den Fall oder es knistert bei den beiden und anstatt zu ihren Familien gehen sie in ein Hotel und verbringen die Nacht miteinander.
Weiterhin musst du dich natürlich entscheiden, wo der Krimi spielt, ob an einem dir bekannten Ort oder gar an einem fiktiven Ort. Ich bevorzuge die erste Variante und würde die Handlung entweder in Lobberich, meinem Geburtsort oder in Grefrath, meinem Wohnort, spielen lassen. Das sind beides Orte und Umgebungen, die ich relativ gut beschreiben könnte, so dass sich der potente Leser genau vorstellen kann, wie es an diesen Orten aussieht, obwohl er noch nie dagewesen war und diejenigen, die schon mal dort waren, ein Deja Vu haben könnten.
Wenn man erst mal die Zutaten hat, dann mischt man alles durcheinander, lässt seiner Fantasie freien Lauf und wenn du alles richtig gemacht hast, dann hast du einen richtig guten Krimi geschrieben. Gut ist subjektiv und erst wenn die Literaturkritiker, dem Roman dann das Prädikat wertvoll verleihen, dann könnte der Roman auch objektiv gut sein, voll bescheuert. Jetzt wirst du sicherlich denken, warum ich nicht einfach loslege, wo ich doch ein Rezept mit allen Zutaten habe und auch eine Mütze auf habe wie Sherlock Holmes. Tja lieber Tagesbuch, nicht jeder, der ein Backbuch hat, kann einen Kuchen backen und nicht jeder gebackene Kuchen gelingt und findet begeisterte Esser. Deswegen werde ich weiterhin nur dir hier schreiben, denn da weiß ich, dass du das liest, auch wenn dich manche Dinge eigentlich überhaupt nicht interessieren. Ab und an liest sogar noch jemand anderes hier mit, aber das ist noch recht überschaubar. Hier ist so eine Statistikfunktion und wenn ich da drauf klicke, dann kann ich sehen, wie oft die Seite hier aufgerufen wurde und aus welchen Ländern die Seite aufgerufen wurde. Nicht so  überraschend kommen die meisten Aufrufe der Seite aus Deutschland, dicht gefolgt vom Hunsrück und Russland und den Vereinigten Staaten von Amerika. Am Ende liegt das Vereinigte Königreich mit lediglich einem Aufruf. Ich weiß gar nicht, was die mit dem Vereinigten Königreich meinen lieber Tagesbuch. Bisher war ich der Meinung, dass der Hunsrück das Vereinigte Königreich sei und vielleicht ist dem ja auch so. Ich komme mir schon fast vor wie Mütze Holmes auf den Spuren der Besucher seines Blogs, voll bescheuert. Zwei Besucher haben mir meine Nachforschungen vereinfacht und haben einen Kommentar geschrieben, so dass ich unschwer erkennen konnte, um wen es sich handelt. Ich verrate dir jetzt nicht, um wen es sich handelt lieber Tagesbuch. Es war eine Besucherin aus dem Vereinigten Königreich und ein Besucher aus Russland und ich hab mich ja schon etwas gefreut, als ich festgestellt habe, dass jemand hier einen Kommentar geschrieben hat.
   


Bis neulich

Mütze

Montag, 1. Oktober 2012

Alles wird gut



Lieber Tagesbuch,
wie du ja weißt und wie man unschwer erkennen kann, bin ich ja Fan von Borussia Mönchengladbach und wenn du Fan von einem Verein bist, dann gilt genau wie in einer Partnerschaft, in guten wie in schlechten Zeiten. Ist schon gut lieber Tagesbuch, ich werde nicht wieder stundenlang über meine Borussia schreiben und dir sagen, dass der holprige Saisonstart für mich nicht überraschend kommt und dass die Mannschaft nun durch Kampf und Einsatz zu Punkten kommen muss. Wer vor der Saison von einem Tabellenplatz geträumt hat, der am Ende der Saison zur erneuten Teilnahme an der Euro League berechtigt, der hatte bestimmt blaue Augen. Ich kann nicht mehr hören, dass wir ja drei wichtige Spieler verloren haben und dass man diese nicht ersetzen kann. Mein Chef sagt immer, du kannst noch so gut sein aber sei dir sicher, jeder ist irgendwie und irgendwann ersetzbar. Wenn du nächste Woche in deinem Job ausfällst und nicht mehr einsatzfähig bist, aus welchen Gründen auch immer, dann wird es weitergehen und klar man sollte sich rechtzeitig Gedanken, um einen Nachfolger bzw. um einen Ersatz machen, aber solche Dinge gehören zu den ureigensten Aufgaben einer Führungsmannschaft, sowohl im täglichen Berufsleben als auch im Profifußball. Und du wirst sehen lieber Tagesbuch nach einer kurzen oder manchmal auch etwas längeren Einarbeitungszeit wird alles wie gewohnt weiter laufen. Bei der Borussia scheint es wenig länger zu dauern und schon greifen die gewohnten Mechanismen. Die Fans suchen nach Gründen, warum es nicht so läuft, wie sie es erwarten bzw. wie sie es sich wünschen.
Erster Ansatzpunkt ist dann das neue Personal, welches die Abgänge scheinbar nicht kompensieren kann. Ich wollte ja nicht von Reus, Dante und Neustädter schreiben und ihnen hinterher weinen, aber um es mit Ken Follet zu sagen, die drei Spieler waren die Säulen unseres Erfolges. Selbst einem, bei den Fans in der vergangen Saison nicht gerade beliebten Roman Neustädter, wird mittlerweile nachgeweint, weil die meisten Fans erst jetzt erkennen, wie wichtig er für unsere Defensive war, aber das ist wie im wahren Leben lieber Tagesbuch, du merkst erst dann, wie wichtig jemand war, wenn er nicht mehr da ist.
Du sagst jetzt sicherlich, dass der Rest der Mannschaft doch noch an Bord ist und dass die Führungsmannschaft ja richtig Geld in die Hand genommen hat, um die Ausfälle einigermaßen zu kompensieren.  Eigentlich hast du mit dieser Aussage ja auch recht, wenn da nicht mein berühmt berüchtigtes „aber“ wäre, voll bescheuert. In der letzten Saison haben Spieler am bzw. über ihrem Limit gespielt. Ich nenne da exemplarisch Hanke, Daems und Jantschke. Letzterer wurde sogar schon als Kandidat für die Nationalmannschaft gehandelt, was ich schon damals für total überzogen hielt. Irgendwo habe ich mal gelesen, dass Jantschke in seiner Jugend als Stürmer angefangen hat, aber wenn ich mir seine heutige Spielweise so anschaue, dann halte ich das für ein Gerücht.
Ok jetzt bin ich einmal dran, dann kann ich auch etwas zu den restlichen Spielern schreiben.  Ter Stegen ist gut, aber eben auch nicht mehr so überragend wie in der vergangenen Saison und auch er steckt die vielen Gegentreffer nicht einfach mal so weg und strahlt halt dann auch nicht mehr die Ruhe und Sicherheit aus, die wir in der letzten Saison von ihm gewohnt waren. Ich weiß gar nicht wie viele Gegentreffer wir schon nach ruhenden Bällen bekommen haben, sprich nach Flanken in unseren Strafraum. Brouwers und Stranzl sind in der Defensive ganz ok, machen aber dann im Spielaufbau zu viele Fehler. Gleiches gilt für Dominguez, der teilweise noch wie ein Fremdkörper in der Mannschaft wirkt.
Im Mittelfeld hat der Trainer noch nicht seine Stammformation gefunden. Nordveidt arbeitet viel, aber agiert manchmal zu hektisch und bringt mit manch überhastetem Abspiel den Gegner gefährlich ins Spiel. Für Xhaka, den Neuzugang aus der Schweiz, hat Favre noch nicht die optimale Position gefunden. Mal spiel er auf der Sechs und mal deutlich offensiver, um den Sturm zu unterstützen. In Ansätzen kannst du erkennen, dass er mal eine Verstärkung werden kann, aber auch er hat noch nicht den Sprung nach Deutschland in die 1. Bundesliga gemeistert und muss sich darauf einstellen, dass hier in Deutschland wesentlich schneller gespielt wird. Patrick Herrmann ist immer noch auf der Suche nach seiner Form, zu der er seit seiner Schulterverletzung nicht mehr gefunden hat. Das braucht halt Zeit lieber Tagesbuch und da darf man auch nicht ungeduldig werden. Noch zwei junge Spieler haben wir im Kader für das Mittelfeld, die auch zu Einsätzen kamen, ihre Chancen aber nicht nutzen konnten. Sowohl Ring als auch Cigerci sind Spieler, die sich über kurz oder lang als Verstärkung erweisen werden, denen aber halt noch die Spielpraxis und logischerweise auch die Erfahrung fehlen. Du siehst, lieber Tagesbuch, alles junge Burschen, Anfang zwanzig, die noch am Beginn ihrer Karriere stehen und denen mit Juan Arango zwar ein erfahrener Spieler zur Seite steht, der mit seinen Freistößen immer für ein Tor gut ist, der aber eben auch ganz oft mit seinen Ideen alleine da steht.
Im Sturm haben wir mit Hanke, de Camargo und de Jong drei sehr ähnliche Spielertypen, deren Stärke nicht der Sprint ist und die mit Flanken versorgt werden müssen. Dafür müsste der Trainer aber das Spielsystem umstellen bzw. anpassen, was er aber noch nicht gemacht hat.
Für die Abwehr haben wir noch Zimmermann und Wendt, im Mittelfelf noch Younes und Rupp und im Sturm noch Mlapa und Hrgota. Also an Alternativen mangelt es nicht, aber  vielleicht brauchen wir die Alternativen nicht oder noch nicht, wenn die Mannschaft durch Kampf und Leidenschaft wieder zu Punkten und zu Erfolgen kommt. Bis auf Bieler, Dams, Marx, Korb und die beiden Ersatztorhüter habe ich jetzt doch alle Spieler namentlich erwähnt, voll bescheuert.
Vielleicht sollten einige Leute mal ihre Ziele für diese Saison überdenken und neu formulieren und wenn wir uns am Ende der Saison über einen zweistelligen Mittelfeldplatz unterhalten, dann kann man auch mal damit zufrieden sein.  Ach ja, ich könnte ja noch richtig viel schreiben lieber Tagesbuch, aber ich wollte mich ja kurz halten.
Alles wird gut, auch wenn es manchmal ein wenig länger dauert.




Bis neulich

Mütze